Das ist sie. Sie heißt Elke und ist, glaube ich, auch eine Fuchsstute. Jedenfalls sieht ihre Mähne so ähnlich aus wie meine. Sie kommt fast jeden Tag zu mir. Das freut mich, denn sie bringt immer ’was Leckeres mit. Sie reitet mich nicht jeden Tag. Und das freut mich auch. Denn wenn ich ehrlich bin, kann ich auch leben, ohne dass ein Zweibeiner auf meinem Rücken sitzt und mit den Beinen Druck auf meinen Bauch macht. Sie ist aber erträglich, weil 1. nicht sehr groß und 2. nicht sehr schwer. Das macht mir dieses Reiten, wenn es denn schon sein muss, leichter. Sie ist eine Sekretärin. Ich habe schon „Queeni“, meine Boxennachbarin, gefragt, aber sie weiß auch nicht, was das ist. Jedenfalls muss es furchtbar anstrengend sein, geradezu menschenquälerisch! Denn stellt Euch vor, als Sekretärin muss man täglich acht Stunden lang arbeiten. Das weiß ich aus sicherer Quelle, nämlich von ihr selbst.

Sie hat mir gesagt, ich soll hier herein schreiben, was sie gerne liest. Habe ich hiermit getan. Ihr findet’s dann dort.

Was sie noch macht: Sie schreibt. Über mich hat sie ein Gedicht gemacht. Als ich es gehört habe, wurde ich echt verlegen. Menschen sind schon ein bisschen komisch. Wenn Ihr auch solch seltsame Sachen macht, würde sie sich bestimmt freuen, wenn Ihr Eure “Werke” an sie mailt. Oder was zu ihren sagt. Oder überhaupt etwas schreibt. Oder so ähnlich . . . Vielleicht habe ich sie auch falsch verstanden.

Ja, was kann ich Euch denn noch über sie erzählen? Sie ist schon ziemlich alt, weit über doppelt so alt wie ich. Dass Menschen überhaupt soooooo alt werden! Einen Mann hat sie auch; der hat mich sogar früher geritten. War anstrengend, da musste ich immer alles geben. Aber ich mag ihn trotzdem, er ist nie böse zu mir. Nun ja, jetzt kann er irgendwie nicht mehr. Hat was mit dem Rücken.

Ich glaube, es reicht auch für’s Erste. Vielleicht fällt mir später mal mehr ein.