Und hier lebe ich. Im Reitstall Overbeck. Früher – weit vor meiner Zeit – war das ein Bauernhof. Noch früher, als uns die Menschen dringend zum Leben brauchten und wir nicht nur zu ihrer Freude und ihrer Freizeit da waren, war das Ganze hier sogar ein Rittergut. Haus Hasselt hieß es und heißt es auch heute noch. Ihr seht diese Bezeichnung auch auf der kleinen Zeichnung, die ich für euch extra hier herein gefriemelt habe. Jedenfalls hausten dort die Ritter und ihre Rösser im 14. Jahrhundert und ab 1680 gehörte es einem Malteserorden und ab 1806 schließlich dem Herzog von Arenberg. Der letzte Pächter kaufte ihm dann endlich das Gut ab und so wurde der Reiterhof daraus.

Nach und nach hat er sich ziemlich vergrößert. Es gibt zwei Reithallen, einen Dressur- und einen Springplatz. Und wenn sie mit mir ausreitet, brauchen wir noch nicht mal eine Straße überqueren, um uns eine gute Stunde lang im Gelände zu vergnügen. Auf dem Foto seht Ihr, wie wir von einem Ausritt zurück kommen. Rechts von uns, das ist mein Kollege Tino und sein Mensch Karin.

Aus pferdiger Sicht sind Plätze und Hallen unwichtig. Die Hauptsache ist und bleibt das grüne Gras der Wiesen! Davon gibt es rings um den Hof in Mengen und darüber bin ich sehr froh, denn könnt Ihr Zweibeiner Euch überhaupt vorstellen, wie öde es ist, wenn man nicht auf die Weide darf? Oder – noch schlimmer – wenn man noch nicht einmal einen Auslauf hat? Immer nur Box? Man sieht nichts, man kann sich nicht bewegen, man hat nichts zu tun. Ich sage euch, es ist wie für Euch das Gefängnis! In meinem Zuhause ist also alles o.k. Falls Ihr wissen wollt, wo es ist: Es liegt am Rande des Ruhrgebiets in Herten-Westerholt. Wenn Ihr es noch genauer wissen wollt, guckt hier.